Dolorosa

Dolorosa (eigentl. Maria Eichhorn) kam am 11. November 1879 in Giersdorf im Riesengebirge zur Welt.1

Maria Eichhorn, deren Vater Oberförster war, besuchte bis zu dessen Tod 1896 die Klosterschulen der Ursulinerinnen in Liebenthal (Lubomierz) und in Breslau. In Breslau wurde sie Privatsekretärin, dann Erzieherin in Südungarn, danach Journalistin. Seit 1899 lebte sie in Berlin. Dort verkehrte sie im Kreis der literarischen Gesellschaft Die Kommenden. Ihre Ehe, die sie mit dem Schriftsteller Wilhelm Fischer damals einging, wurde bald wieder geschieden.

Unter dem Namen Dolorosa veröffentlichte sie 1901 und 1902 regelmässig Gedichte in den jüdischen Zeitschriften Ost und West und Die Welt. Diese erschienen 1902 als Teil des Gedichtbands Confirmo te chrysmate, zu dem E. M. Lilien den Einband entwarf. Diesen Teil der jüdischen Dichtungen widmete sie dem Zionisten Berthold Feiwel.

“Unter diesem Namen beinahe berühmt. Trägt in Kabaretts ernste Lyrik vor. Sängerin der Perversität.”2

1903 wird sie als Mitarbeiterin der Zeitschrift Magazin für Litteratur aufgeführt.

Maria Eichhorn und Lilien waren eine Zeitlang ein Liebespaar. Ihm widmete sie das Gedicht ”Passah”.

Maria Eichhorn lebte in Berlin.3 1908 nahm sie Wohnsitz in Konstantinopel.

Um 1902 vertonte der Komponist Alban Berg von Maria Eichhorn die Gedichte Liebeslied und Über meinen Nächten, beide für Singstimme und Klavier, die heute zur Gruppe der Jugendlieder gezählt werden.

Widmungen

Heinrich Loewe widmete sie Psalm 126.

Ausgewählte Gedichte

Gedichte

Veröffentlichungen

Übersetzungen

Dokumente

Quellen

Literatur

  • Anna Siblik, Schmerzlich vergessen. Dolorosa, Rachilde und Leopold von Sacher-Masoch, 2013.
  • Anna Magdalena Siblik, Untersuchung der Motivik in ausgewählten Werken Dolorosas alias Maria Eichhorns mit kurzen Ausblicken auf Rachilde und Leopold von Sacher-Masoch, Diplomarbeit Universität Wien, Wien 2011. Online
  • “Eichhorn, Maria”, in: Franz Brümmer (Bearb.), Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart, 2. Bd., 6. Aufl., völlig neu bearb. und stark vermehrte Aufl., Leipzig, 1913, S. 120. Online
  • Albert Eulenburg, “Eine Dichterin des Masochismus”, in: Die Zukunft, 1902, 41, S. 385-388.
  • “Auswüchse in der modernen Frauenlyrik”, in: Remscheider General-Anzeiger, 14. Jahrg., 12. August 1902, Nr. 186, S. 3-4. Online

Links

  1. Sp. 310, Online. []
  2. S. 114. Online []
  3. 1905 an der Liesenstr. 4. Vgl. ebda. []
  4. “Der Roman schildert zwei Familien, von denen die eine durch Unfruchtbarkeit, die andere durch allzugrosse Fruchtbarkeit untergeht. Großstadt-Tragödie in dezenter Darstellung. (So auch die andern Bücher der Verfasserin.)” Hugo Hayn und Alfred N. Gotendorf (Hrsg.), Bibliotheca Germanonorum Erotica & Curiosa. Verzeichnis der gesamten Deutschen erotischen Literatur mit Einschluß der Übersetzungen, nebst Beifügung der Originale, Band II (D—G), zugleich dritte, ungemein vermehrte Auflage von Hugo Hayns “Bibliotheca Germanorum erotica”, München 1913, S. 55, Online []